Vertretung

Verlässlichkeit für alle Beteiligten und Qualitätssicherung sind die Vorteile, die Vertretung in der Kindertagespflege mit sich bringen!

Am 16.12.2014 beschloss der Rat der Stadt Köln die Umsetzung eines differenzierten Vertretungssystems für Ausfallzeiten von Tagespflegepersonen aufgrund von Krankheit.
Damit in den kommenden Jahren ein Vertretungssystem aufgebaut werden kann, das den unterschiedlichen Angebotsformen in der Kindertagespflege langfristig gerecht wird, wurden drei Vertretungsmodelle für finanzierungsfähig erklärt (s. unten). Bei dem Aufbau der Modelle müssen die besonderen Bedürfnisse der Kinder unter drei Jahren stets der Maßstab sein, d.h. z.B., dass eine Ersatzbetreuung nur möglich ist, wenn die Eingewöhnungsphase bei der regulären Tagespflegeperson positiv abgeschlossen ist und Kind und Vertretungs-Tagespflegeperson eine Bindung zueinander aufgebaut haben.

Vorausgesetzt die Tagespflegepersonen setzen eines der drei Modelle um, werden 12 Krankheitstage (Bundesdurchschnitt) finanziert. D.h. für 12 Tage im Jahr, an denen eine Tagespflegeperson erkrankt, erhält sie weiterhin die Förderleistung pro Stunde und Kind. Zusätzlich nimmt die Stadt Köln die Finanzierung derjenigen Tagespflegeperson vor, die die Vertretung für 12 Tage im Jahr sicherstellt.

Die Finanzierung erfolgt über monatliche Pauschalen, unabhängig davon, ob der Vertretungsfall tatsächlich eintritt oder nicht. Die Vertretungs-Tagespflegeperson muss die formalen Voraussetzungen erfüllen und über eine Pflegeerlaubnis verfügen.

Folgende Vertretungsmodelle sind möglich:

Modell 1

Tagespflegepersonen, die laufend Kinder unter Vertrag haben, schließen sich zu einem Team zusammen und vertreten sich gegenseitig. Die Aufteilung der Kinder im Krankheitsfall wird vorab geregelt, sodass jedes Kind eine „feste“ Vertretungsperson hat. Da es durch An- und Abmeldungen regelmäßig zu Änderungen in der Gruppenkonstellation kommt, sollte diese Regelung außerhalb der Kooperationsvereinbarung getroffen und festgehalten werden. Jede Person erhält für jedes Kind, welches sie im Krankheitsfall betreuen würde, eine monatliche Geldleistung.

Der Bindungsaufbau und die Beziehung wird durch regelmäßige Kontakte zwischen den Tagespflegepersonen gepflegt, idealerweise ist das Kind mit den Räumlichkeiten der Vertretungs-Tagespflegeperson bereits vertraut.

Tritt die Notwendigkeit ein, so sollte auch eine Vertretung über den 12. Tag hinaus gewährleistet werden. Wird über den 12. Tag hinaus vertreten, muss die Finanzierung der Vertretungs-Tagespflegeperson zwischen ihr und der erkrankten Tagespflegeperson geregelt werden: Entweder erfolgt eine Ummeldung des Kindes auf die Vertretungs-Tagespflegeperson (in diesem Fall ist eine Anmeldung auch mitten im Monat möglich) oder die erkrankte Tagespflegeperson zahlt die von Seiten der Stadt weiterhin an sie geleistete Förderung auf privatem Wege an ihre Vertretung aus.

Modell 2

Für Tagespflegepersonen, die in angemieteten Räumlichkeiten oder im eigenen Haushalt mit separaten Räumen für die Tagespflege betreuen, bietet sich eine Kooperation mit einer ergänzenden Vertretungs-Tagespflegeperson an. Diese verfügt über die Erlaubnis zur Ausübung von Kindertagespflege, hat selbst jedoch keine Kinder in Betreuung (außer evtl. Kinder in Randzeiten). Die Zusammenarbeit mit einer ergänzenden Vertretungs-Person kann sowohl auf freiberuflicher Basis im Rahmen eines Honorarvertrages oder z.B. auf Minijob-Basis erfolgen. Auch in diesem Modell erfolgt die Finanzierung über eine monatliche Geldleistung. Die Pauschale wird an die Tagespflegeperson ausgezahlt, die die Kinder unter Vertrag hat.

Damit die Vertretungs-Tagespflegeperson eine Bindung zu den Kindern aufbauen kann, sind in der Pauschale wöchentlich zwei Stunden Bindungsarbeit inbegriffen.
Um im Vertretungsfall eine zuverlässige Betreuung sicherstellen zu können, ist es wichtig, dass die Vertretungs-Tagespflegeperson gut eingebunden ist in den Ablauf, die Gewohnheiten und Konzeption der Tagespflegestelle.

Modell 3

An verschiedenen Standorten sollen zukünftig Stützpunkte errichtet werden. Die Stützpunkte sind vornehmlich zur Vertretung von Tagespflegepersonen gedacht, die häusliche Kindertagespflege mit 5 Kindern anbieten. Die Betreuung im Krankheitsfall findet im Stützpunkt statt.

Das für Sie zuständige Regionalteam bietet Ihnen gerne eine Erstberatung zum Thema Vertretung an. Bei speziellen und weiterführenden Fragen können Sie sich gerne an Katharina Deitermann wenden, unter der Tel.-Nr. 913927-217 oder per E-Mail: katharina [dot] deitermann [at] kindertagespflege-koeln [dot] de